Zur Patenstadt in die Bretagne

– In die Bretagne – 800 Seemeilen westw√§rts –
“por fete les 50 ans de Jumelage”

Vannnes Reiseweg

In den Sommermonaten liegt die Elbe 1 an ihrem Liegeplatz, der Alten Liebe.
Am Freitag den 3. Mai löste die Feuerschiff-Crew (15) die Leinen, um mit 17 Museumsgästen an Bord, Kurs auf die französische Partnerstadt Vannes am Golf von Morbihan zu nehmen. Ziel ist die Semaine du Golfe, ein Großereignis in der französischen Region, bei dem die Elbe 1 auch an der Schiffsparade teilnehmen soll, um das 50-jährige Jubiläum der Partnerschaft mit Cuxhaven zu feiern.

Vorbereitungen im Vorfeld
Solch ein Unternehmen bedarf einer guten Vorbereitung, die in Bewegung gesetzt wurde, als der Plan feststand, die Patenstadt in der Bretagne zur 50 Jahr Feier zu besuchen – egal wie. In den vergangenen Jahren gab es wiederholte Reisen dorthin, sogar mit dem Fahrrad. Es fand ein reger Sch√ľler- und Sportleraustausch zwischen den beiden Partnerst√§dten statt. Die “deutsch-franz√∂sische Freundschaft” findet hier nicht nur auf politischer Ebene statt, man kann sie als eine “gelebte” Partnerschaft bezeichnen.

Bereits 2005 machte das Feuerschiff Elbe1 eine Reise zur englischen Partnerstadt Penzance in Cornwall. Der damalige Anlass war das Jubiläum der Seeschlacht Nelsons, bei Trafalgar im Jahre 1805.

Analog dazu reifte der Plan, Vannes ebenfalls mit dem Schiff zum Jubil√§umsjahr der Partnerschaft zu besuchen. Das Partnerschaftskomitee plante zusammen mit dem Feuerschiff-Verein Elbe1 e.V. im Rahmen der 50j√§hrigen St√§dtepartnerschaft zwischen Cuxhaven und Vannes eine Delegation dorthin zu senden. Nach einem Zeitungsaufruf und bereits einsetzender Mundpropaganda, meldeten sich waren f√ľr diese einmalige Seereise mehr Interessenten als Kojenpl√§tze vorhanden sind. Das Schiff und die Kojen Pl√§tze konnten zuvor begutachtet werden. Einige waren √ľber das Flair begeistert, einige weniger. So wurden alle Kojenpl√§tze mit 17 Passagieren belegt, die nicht nur aus der Region anreisten.

Vorbereitungen an Bord
Bevor die Reise losgehen konnte, waren umfangreiche Vorbereitungen erforderlich.

So wurde eine Diesel- und √Ėl-Spende von Firma Gl√ľsing (10.000 Ltr./400 Ltr.) gern angenommen.
Die Trinkwassertanks wurden randvoll aufgef√ľllt.¬†Zus√§tzlich wurde ein Echolot eingebaut, das sich sp√§ter im Golf von Morbihan als sehr n√ľtzlich erweisen sollte.

Nat√ľrlich musste auch gen√ľgend Proviant angeschleppt werden, der wegen der Menge und Staum√∂glichkeiten √ľberall auf dem Schiff verteilte wurde. Immerhin mussten f√ľr die hungrigen M√§uler drei Malzeiten am Tag zubereitet werden. 100 Brote und 1000 Br√∂tchen wurden kurzerhand im Kabelgatt neben der gro√üen Ankerwinde verstaut. Mit auf die Reise kam eine gro√üe Menge frischer Paprika, Melonen, Tomaten und Ananas, 2 Zentner Kartoffeln und 20 F√§sser Bier. In jeder Kammer stand eine kostenlos zur Verf√ľgung gestellte Kiste mit Mineralwasser.

Auslaufen1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stilvoller Abschied
F√ľr die Verabschiedung der Elbe1 wurde mit Unterst√ľtzung von Expert Bening ein Rahmenprogramm initiiert. Der Seemannschor Elbe1 sorgte f√ľr den musikalischen Rahmen, die ehrenamtlichen Helfer des Partnerschaftskomitees reichten Getr√§nke, die unentgeltlich vom Sponsor abgegeben wurden.
Oberb√ľrgermeister Dr. Getsch, auch passionierter Segler, √ľberreichte dem ersten Vorsitzenden des Feuerschiff Vereins H. Lohse eine Gru√übotschaft an den B√ľrgermeister von Vannes. Mit einem “Bon Voyage” wurde die Crew mit ihren 17 G√§sten und der Mahnung, keine Risiken einzugehen, verabschiedet.

Auslaufen2

Auf der Alten Liebe dr√§ngelten sich zu diesem Zeitpunkt viele Schaulustige und als dann der Seemannschor “Bye-bye, rote Lady” intonierte, wischte sich mancher eine verstohlene Tr√§ne aus den Augen, als das Schiff um 20 Uhr den Hafen elbabw√§rts, vorbei an einem letzten Gru√ü durch Wasserfont√§nen des Rettungskreuzers H. Helms verlie√ü.

Auslaufen3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf See
W√§hrend sich die G√§ste langsam an den Bordbetrieb gew√∂hnten, begann f√ľr die Crew sofort die Bordroutine. Gefahren wird auf der Br√ľcke in drei Wachen und in der Maschine in zwei Wachen.

In der kleinen Komb√ľse musste H. Lohse, 1. Vorsitzender des Feuerschiff-Vereins, mit seinen Helfern und Helferinnen immerhin t√§glich frische Br√∂tchen aufbacken und 3 x am Tag ein Essen zubereiten und servierten. Ganz zu schweigen vom darauf folgenden Abwasch.

Ausz√ľge aus dem Schiffstagebuch und Tagesabl√§ufe

Freitag: 3. 05. 2013
Besatzung und G√§ste vollz√§hlig und gesund an Bord, Maschinen und Apparate √ľberpr√ľft und i.O. befunden.
18:48 Uhr (UTC), passieren Mole, gehen auf Nordseite des Fahrwassers, gute Sicht, ruhige See,
Tiefgang beim Auslaufen vorne 4,50 m, mitschiffs 4,60 m, achtern 4,65 m.

Samstag: 4.05.2013
Fahren TSS Terschelling mit 258¬į, gute Sicht, leicht bewegte See, drehen bei TSS off Vlieland, klare Sicht hohe D√ľnung.
Erster Tag 190 sm bis Texel mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,5 kn

Sonntag: 5.05
Wind und D√ľnung lassen nach, gute Sicht, Sicherheitsbelehrung mit Hinweis, dass der Trinkwasservorrat nicht unersch√∂pflich ist und man sich mit dem t√§glichen Duschen und unn√∂tigem Wasserverbrauch zur√ľckhalten sollte. (s. unten)

Tiefblaue See, von M√∂wen stundenlang begleitet, Schiffe √ľberholen uns, zum Fotografieren zu weit oder im Dunst, Dover im Dunst hoher Schiffsverkehr und F√§hren.

Mittag: Curry-Huhn-Suppe; ged√ľnsteter Schellfisch und Lachs, Salzkartoffeln, gem. Salat;
Vanille Pudding mit Pfirsich und Sahne

14:30 Anmeldung bei Dover Coast Guard
Diverse Ausweichmanöver durch Querverkehr und Fischer
Nach wie vor kein Telefonnetz, … man kommt auch einige Tage ohne Telefon aus …

Nachmittags: Kaffee und Bienenstich, Apfel- und Kirschkuchen

Abend: Rundst√ľck-warm (halbes Br√∂tchen mit einer Scheibe Schweinebraten mit So√üe und
Gew√ľrzgurken)

Dover

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passieren gegen 17:00 Dover, Kreidefelsen im Dunst, Temperatur 14¬į; Nebelfelder

Maersk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Maersk Sari, 335m passiert in größerer Entfernung
Astor auf dem Weg nach Hamburg, Katamaran zischt vorbei
Gegen 0100 h Greenwich Null Meridian √ľberquert
Dann Kurs auf 180¬į um aus dem Verkehrstrennungsgebiet in die franz√∂sischen K√ľstengew√§sser zu fahren.

Montag

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Montag: 06.05. 2013
spiegelglatte See Temperatur 18¬į; Passieren gegen 12:00 Uhr n√∂rdlich Cherbourg

Mittagessen: H√ľhnerfrikassee

Umrunden Cherbourg, um abweichend nach S√ľden zwischen dem Festland und Alderney sowie Guernsey, Shark und Jersey zu fahren
Spiegelglatte See, Gäste genießen die gute Sicht liegen in der Sonne im Windschatten
Kreuzfahrtschiffe liegen vor Anker zwischen den Inseln.

Abendessen: Bratkartoffel, Brathering, Reste von Gem√ľsesuppe-Suppe

Gäste liegen in der Sonne und dösen, lesen und unterhalten sich in keinen Gruppen, Seefahrt vom Feinsten


Dienstag: 07.06.2013

Erneute Fahrtrichtungsänderung, um ein Verkehrstrennungsgebiet zu passieren.
Langsam bemerkbare einsetzende Atlantik-D√ľnung
Teilweise Regen, erneut zahlreiche Ausweichman√∂ver wegen Schleppz√ľgen. Sicht unter 25sm, Radar an.
Es ist deutlich dunkler (Zeitverschiebung) um 0600h als am Tag zuvor.
In den Morgenstunden gegen 0800h ein Passagierschiff Kennzeichen / Namen nicht zu ermittelt (verm. Blue Star Line) an Stb Seite ca. 200m, wird von Hubschrauber angeflogen und lassen Personen an Bord. Überfliegt auch Elbe1. Später im Funk meldet sich ein Schiff, das steuerlos treibt. Rufzeichen weder in AIS noch sonst ermittelbar.

Informationsquelle UAIS
In der Zwischenzeit finden sich immer √∂fters Passagiere auf der Br√ľcke ein und haben das AIS als interessante Informationsquelle entdeckt. Das AIS dient zur Vermeidung von Kollisionen zwischen den Schiffen, Informationen √ľber die Schiffe und deren Ladung sowie zur landseitigen √úberwachung und Lenkung des Verkehrs.
Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Anzeige auf einem Radargerät, wo man prinzipiell nur die Richtung und Entfernung feststellen kann, erhält man vom AIS noch zusätzliche Informationen.
Es werden die Position, der Kurs und die Geschwindigkeit sowie der Schiffsname und Funkrufzeichen und IMO Nummer der umgebenden Schiffe √ľbertragen.
Dies erleichtert z.B. Absprachen zwischen Schiffsf√ľhrern √ľber Funk. AIS funktioniert unabh√§ngig von Einschr√§nkungen der optischen Sicht und Radarreichweite.

Mittag: Gulasch
Umrunden in der Nacht Brest; Laufen nach S√ľden, dann SO Kurs.
Wetter diesig zunehmender Seegang und Wind

Donnerstag: 8. Mai
St√ľrmische und unruhige See

Erreichen in den Morgenstunden die Einfahrt in den Golf bei Quiberon, Ankern.

Mittag: wie immer reichhaltig und gut, Bratfisch, Gem√ľse, Suppe mit Pilzen

Warten auf Gew√§sserkundigen ( Lotsen), um mit auflaufendem Wasser im f√ľr uns sehr schmalen Fahrwasser nach Arradon zu laufen. Echolot montiert. Lotse kommt mit Reporterin und K. Block (Komitee) gegen 17 Uhr an Bord.

Passieren sehr schmale Einfahrt in den Golf von Morbihan, viele Segelboote.
Jetzt stellt sich heraus, dass das erstmalig eingebaute Echolot eine wertvolle Navigationshilfe ist, zudem das flache und enge Fahrwasser eine navigatorische Herausforderung war.

Ankern 1900 Uhr auf Reede vor Arradon, Achterleine an Mooringtonne, sehr starke Strömung im sehr schmalen Fahrwasser. Leicht bewegte See.

Liegeplatz Arradon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Schlauchboot und 90 PS Motor geht es mit einigen Crewmitgliedern und G√§sten gegen 2200h an Land, mit der Absicht, Austern zu essen. Verkaufsbuden waren allerdings schon aufger√§umt, kommen ins Gespr√§ch mit F√ľhrer f√ľr den morgigen Tagesausflug bei einem noch offenen Wein- und Bierzelt.
Gegen 2400h mit Boot zur√ľck an Bord. Feuerwerk im Hafen.

Liegeplatz Arradon1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Donnerstag: 8.05
√úber die Toppen Festbeflaggung gesetzt, Open Ship
Die ersten Gäste und Reporter kommen an Bord
F√ľr unsere G√§ste war eine Stadtbesichtigung geplant, die allerdings ausfiel. Ursache war, dass kein Bus aufgetrieben werden konnte, weil an diesem Tag gleichzeitig ein Nationalfeiertag (Befreiung von den Deutschen) war.
Mehr als 100 Besucher an Bord, die alle mit dem Zodiak im 30 Minuten Turnus mit einer Fahrzeit von ca. 10 Min. transportiert werden
F√ľr die G√§ste wurde unser Leitfaden ins Franz√∂sische √ľbersetzt und als Handzettel verteilt.

Crewmitglieder erreichen Schiff, die in 18 Stunden von Cuxhaven mit dem Bus anreisten.
3 G√§ste verlassen das Schiff, 2 steigen f√ľr R√ľckfahrt ein.

Freitag: 09.05
Busfahrt von Arradon nach Carnac zu den Menhiren, Cr√™pes-Essen (gekochter Schinken und Cr√™pes mit kandiertem Zucker), Cidre, im Hafen von Trinity, (Renn-Jachten), St. Gouston, Stadtrundgang1Stadtbesichtigung mit F√ľhrung in Vannes, Empfang beim B√ľrgermeister mit Sekt und Knabbereien, danach R√ľckfahrt, mehrg√§ngiges Men√ľ, warmer K√§se, gekochter Fisch, verschiedene Weinsorten auf Wunsch.
Die Natur ist gegen√ľber Cuxhaven um 4 Wochen voraus, Ginster und Rosmarin, Apfelb√§ume bl√ľhen, Kamelien-B√§umchen in Pflanzk√ľbeln.

 

Atlantik RennerHinkel2

 

Apfelbaum

 

 

Hinlesteine1

SegelbooteAtlantikrenner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hotel de Ville

 

 

 

 

 

 

 

 

Hotel de Ville FensterSamstag: 10. Mai
Mit 50 Gästen zur Schiffsparade, zuerst sonnig warm, später Nieselregen
Beim Hieven des Ankers Warbelschäkel gebrochen, Patent- Anker verloren.
Durch Pilzanker ersetzt, treiben zuerst mit 2 schwarzen Bällen, weil Schiff nicht genau zwischen Tonne und Anker zu liegen kommt. Wiederholt Anker eingeholt und erneut platziert.
Patentanker soll während des Tages geborgen werden, Wetter schön, aber nach wie vor kalter Wind.
50 Gäste und Crew
Nicht so viele Segler unterwegs, wie erhofft doch es werden immer mehr, man erwartet √ľber 1000!
G√§ste f√ľhlen sich wohl.
Nach R√ľckkehr von Parade, ankern mit Pilzanker und achtern mit Leine an Mooring Tonne.

 

 

 

Stolperstein

Vannes Stadtrundgang1Vannes Stadtrundgang2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wahrzeichen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Waschhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stadtmauer1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag: 11. Mai

Schiff liegt unruhig, Tonne teilweise unter dem Schiff, Gangway geborgen, Leinen verk√ľrzt, wollen so schnell wie m√∂glich Anker auf.
In den Morgenstunden viel Radau wegen immer wieder anschlagender Mooring Tonne.
Ankerkette hat sich mit Kette der Tonne vermutlich verwickelt, Taucher sollen Unterwasserlage untersuchen.

1200h Taucher konnte Kette nicht freimachen, erneuter Versuch, um festzustellen was √ľberhaupt los ist.
Die starke Strömung erschwert das Tauchen.
Taucher haben kein Werkzeug um Kette zu trennen. Heftige Strömung, die bis zu 9 kn erreicht.

 

Mittag: Krusten-Braten mit Rosmarinkartoffel, Rotkohl, Lauchsuppe, Pudding
Gerd räuchert an Bord Rollmops und Heringslappen

Nachmittag: Erneuter Versuch mit Taucher, um herauszufinden, was dort unten geschah. Finden heraus, dass sich die Kette der Tonne mehrere Male um die Kette der Elbe 1 gewickelt hat und mit den vorhandene Möglichkeit nicht entwirrt werden kann.
Bei Niederwasser wurde der Anker (Pilz) schrittweise eingeholt und ein einzelnes Kettenglied der Tonne durchtrennt, bis die Kette des P-Anker frei war und eingeholt werden konnte.
Durch diese Maßnahme brauchte die Ankerkette der Elbe1, an der der Pilzanker befestigt war, nicht durchtrennt werden.
Die ehrgeizige und nicht ganz ungef√§hrliche Arbeit wurde √ľbrigens in Naturalien entlohnt, wie z.B mit den w√§hrend der Fahrt frisch ger√§ucherten Heringslappen, Rollm√∂pse und Zigaretten.

Laufen gegen 2100h aus ‚Äď Richtung Heimat durch die sehr enge Passage, sodass sehr oft geringe Kurskorrekturen erforderlich waren.
Passieren P. Navalo, Lotse geht mit Begleitung von Bord, unruhige See, laufen auf nördlichen Kursen

Montag: 13. Mai
Machen gute Fahrt, See etwas ruhiger, zunehmende D√ľnung
Gegen 1800h westlich von Brest durch Verkehrstrennungsgebiet, das wir schon zuvor in umgekehrter Richtung befuhren. √úberall klopft und klappert es.
Einem Gast fällt um Mitternacht ein, dass er seine Schwimmweste nicht findet.

Dienstag: 14. Mai
Klaus und Peter haben Geburtstag. Es gibt Geburtstagstorten mit Sekt und Wein.
Der Wind l√§sst nach, die See wird zunehmend ruhiger, obwohl immer noch eine kr√§ftige Atlantikd√ľnung das Schiff rollen l√§sst. Shanty “Rolling home across the sea” w√§re jetzt zutreffend. Passieren Cherbourg gegen Mittag
Mittag: Sauerkraut und Schweinehaxen, Lauchcremesuppe
1430 Kaffee und Kuchen + Sekt zur Geburtstagsfeier
Abendbrot: H√ľhnchen Fl√ľgel- Schenkel, Frikadellen

Wetterbericht empfangen und ausgedruckt, erneute Sturmwarnung mit Schlechtwetterprognose

Mittwoch: 15. Mai
In der Nacht Ausfall des Ruderlagenanzeigers, Geber geöffnet und repariert.
Haben 0¬į Meridian gegen 0100h ohne merkliches Anzeichen √ľberschritten. Zunehmende Geschwindigkeit, rollendes Schiff, Windwarnung in B√∂en 6 Bf.

Mittag: Gebratener Lachs und Bratfisch
Superblauer Himmel Schaumkronen, Maersk Taurus und Maersk Margarete auf gleichem Kurs und Geschwindigkeit, Fahren nördlich von Ostende mit 8 kn

SeegangWellenh√∂he nicht einfach abzusch√§tzen, jedoch teilweise um 2-3m, wie aus dem Wetterbericht zu entnehmen ist, Schiff rollt. Fast wolkenloser Himmel, kalt, viele Schiffe, aber zu weit weg f√ľr gute Fotos ohne entsprechende Objektive.

Seegang1Erste Anzeichen von knapp werdendem Trinkwasser, das sich durch Braunfärbung (Rost) zu erkennen gibt.

 

 

 

 

 

Donnerstag: 16. Mai

Dicker PottPassieren Texel, nach wie vor rollende, aber abnehmende bis ruhige See
Himmel grau in grau, in der Ferne Containerriesen Maersk Klaipńóda und Maersk Cirquen.

 

 

 

Nachmittag traditioneller Nachmittag traditioneller Seemannssonntag mit Kaffee und Kuchen.

Freitag: 17. Mai
Mit auflaufenden Wasser die Elbem√ľndung passiert, reduzieren Geschwindigkeit auf 6 kn um ein ETA bei 0600 Uhr zu erreichen, damit man nicht in der Dunkelheit in Cuxhaven eintrifft. Nehmen Lotsen vor Cuxhaven an Bord, 0700h in Schleuse, danach Drehen im neuen Fischereihafen um dann an der Halle X gegen 0800h fest zu machen. — Kein offizielles Empfangskomitee —

Passagiere packen ihre 7 Sachen zusammen um dann nach einer allgemeinen Verabschiedung von Bord zu gehen.

Auch wenn das Wetter sehr wechselhaft war, konnten alle m√∂glichen Phasen einer Seefahrt, angefangen von spiegelglatter bis rauer See, vom leisen L√ľftchen bis 6 bf in B√∂en erlebt werden., ganz abzusehen von zeitweise horizontalem Regen .
Mit Sicherheit wuchsen bei Jedem die Seebeine und man wird noch lange √ľber diese Fahrt, sp√§ter vielleicht auch mit etwas Seemannsgarn ausgeschm√ľckt, berichten.

Fragte man unsere Gäste, so konnte man wiederholt hören, dass dies keine Kreuzfahrt im herkömmlichen Sinne war Рes war auf den Punkt gebracht, ein Erlebnis der besonderen Art, um, wenn möglich gerne bei Gelegenheit wiederholt zu werden.

Zum Schluss soll noch an diesen Bericht angeh√§ngt werden, dass √ľber die Fahrt ein Film von D. Allers entstanden ist und sobald er fertig ist, vorgef√ľhrt wird.

Wohin die n√§chste Reise geht ist noch offen, es gibt gen√ľgend Vorschl√§ge und auch Anl√§sse, um mit der sturmerprobten “Roten Lady” wieder in See zu stechen.

U.Wensauer

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